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Sportlerprofil by Larasch

Süßlupinen: vom Geheimtipp zum Durchstarter

In der Vergangenheit konnten sich die Samen der rot, gelb oder auch violett-blau blühenden Lupinenpflanze als Nahrungsmittel kaum durchsetzen. Auch wenn sie als Verwandte von Erbse, Bohne und Erdnuss eiweißreiche Samen liefert und in unseren Breiten beste Wachstumsvorrausetzungen vorfindet, Lupinen tauchten eher unregelmäßig in dem Speiseangebot auf. Problematisch waren die Bitterstoffe in den Samen, die Alkaloide, welche nur mit methodischen Waschvorgängen ausgewaschen werden können. Mit Hilfe von Meerwasser wurden bereits vor 3000 Jahren die Bitterstoffe aus den auch Wolfsbohnen oder Feigbohnen genannten Früchten geschwemmt und Lupinen dadurch als genießbares und nährstoffreiches Lebensmittel genutzt. Waschprozesse sind nun nicht mehr nötig: Vor wenigen Jahrzehnten gelang es alkaloidarme Sorten zu züchten. Die Samen der Süßlupine enthalten deutlich weniger Bitterstoffe und bieten ein breites Anwendungspotenzial. Mit dem hohen Eiweißanteil von bis zu 40 Prozent, bei einer geringen Fettmenge von vier bis sieben Prozent und kaum verwertbaren Kohlenhydraten eignen sich die Samen als Basis für pflanzliche Milchprodukte und als Fleischersatz. Zu Mehl verarbeitet erhöhen Lupinen Feuchtigkeit und Haltbarkeit von Gebäcken und erleichtern durch bessere Formbarkeit die Verarbeitung des Teigs. Lupinen enthalten alle essenziellen Aminosäuren, welche aus der Nahrung aufzunehmen sind, dazu noch Vitamine A und B1 und Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Allerdings bleibt bei Verwendung von Süßlupinen ein nussiger Eigengeschmack erhalten. Der Sortenname „Süßlupine“ meint zu dem nicht, dass die Samen wirklich süßlich schmecken, sondern lediglich, dass kaum Bitterstoffe enthalten sind. Vor dem Verkauf erfolgen Prüfungen über die Eignung zum Verzehr.
Die drei bis sieben Zentimeter langen Hülsen der Lupinen hängen nach der Blüte an den Stängeln herunter und können nach ausreichender Trocknung von einem Mähdrescher geerntet werden. Der Anbau der nierenförmigen Samen ist sehr anspruchslos und die Pflanzen sind Frost und Hitzebeständig. Durch die stickstoffbindenden Pfahlwurzeln können auch recht trockene Flächen genutzt werden und zusätzliche Düngung ist nicht nötig. Damit ist auch der regionale Anbau in ökologischer Landwirtschaft gut möglich.
Gerade bei an Zöliakie Erkrankten gewinnen Süßlupinen durch die positiven Effekte auf Gebäck und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten immer mehr an Beliebtheit. Aber auch wer eine pflanzliche und Basen bildende Eiweißquelle sucht, wird bei den Lupinen fündig. Ausprobieren lohnt sich! Allerdings sind Lupinen Teil der 14 Hauptallergene. Aufpassen sollten speziell Personen, welche Tendenzen zu Allergien gegenüber Hülsenfrüchten und insbesondere Erdnüssen aufweisen. Durch die vergleichbaren Eiweißstrukturen bieten Lupinen allergenes Potenzial.