Über meinen ersten Blogbeitrag habe ich mir viele Gedanken gemacht. Was schreibt man am besten? Was interessiert andere? Am besten fange ich einfach damit an wie ich zum Laufen kam und was das Laufen für mich bedeutet.
Alles begann damit, dass ich vor fünf Jahren mit meiner Mutter im Wald eine kleine Runde laufen ging. Es waren etwa 5km , aber die haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich schon nach kurzer Zeit 10km und mehr bei uns im Wald laufen konnte, immer mit meiner Mutter, die schon ihr ganzes Leben lang läuft und diesen Sport genauso liebt wie ich. Da der Wald bei uns relativ hügelig (bzw. "bergig" ;) ) ist, waren meine Trainingsläufe immer sehr profilliert.
Schon als kleines Kind und Baby wurde ich laufend mit dem Babyjogger oder im Fahrradanhänger durch die Natur gefahren. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich die Natur, die Berge und den Wald so liebe und am liebsten dort laufe.
Meine Laufkarriere begann dann relativ schnell nach den ersten Trainingsläufen beim Altköniglauf 2012, der von meinem Verein, dem MTV Kronberg ausgetragen wird. Angeboten werden 10km und 20km leicht hügelig durch den Kronberger Wald. Ich entschied mich gleich für die 20km und konnte diese auch als erste Frau beenden.
Plötzlich wurden andere Läufer auf mich aufmerksam und rieten mir in einen Verein zu gehen und strukturiert zu trainieren. Doch zu diesem Zeitpunkt wollte ich ehrlich gesagt einfach nur mit meiner Mutter im Wald laufen und konnte mir gar nicht vorstellen, was strukturiertes Lauftraining überhaupt ist. Begriffe wie Tempotraining kannte ich genauso wenig wie Intervalle oder Fahrtspiel.
Dies änderte sich dann ein Jahr später im Herbst 2013. Mein Plan war es, bei der DM im Berglauf am Hochfelln teilzunehmen. Dafür brauchte ich aber einen Startpass für einen Verein, also entschied ich mich, mich beim MTV Kronberg anzumelden. In der darauffolgenden Zeit traf ich dann auf meinen Trainer Martin Lütge-Varney, der selbst passionierter Läufer ist. Er begleitete mich immer bei den ersten Trainingseinheiten auf der Bahn. Er musste mich damals eher bremsen als motivieren, da ich schnell merkte wie das neue Training mit ersten Tempoeinheiten meine Form verbesserte und ich zu Beginn eher überehrgeizig war.
Im nächsten Jahr folgten dann meine ersten Bahnwettkämpfe. Daran kann ich mich noch gut erinnern, da ich eigentlich immer nur die 3000m lief und nach drei Anläufen die für mich damals "magische Grenze" von 10:00min unterbot.
Meine zweite große Passion, die meine Liebe zu den Bergen mit dem Laufen verbindet, ist der Berglauf. Eigentlich fing alles damit an, da ich im Training fast ausschließlich auf den Altkönig oder großen Feldberg im Taunus lief. Dabei berwindet man jedes Mal zwischen 500 und 600 Höhenmetern am Stück, so dass ein Trainingslauf am Wochenende auch schon mal 1000 Höhenmeter und mehr haben konnte.

Wie viele wissen, bin ich eine ziemlich vielseitige Läuferin: Berg, Bahn, Straße und Cross. Daher verlaufen die Jahre auch meist mit Straßenläufen im Frühjahr und Herbst, Berg- und Bahnläufen im Sommer und Crossläufen im Winter.
International fing alles mit der Berglauf WM 2014 an. Im April lief ich den Feldberglauf bei uns im Taunus mit und wurde Zweite bei den Frauen. Dort sprach mich dann Wilfried Raatz, der damalige Bundestrainer im Berglauf an und fragte, ob ich mir vorstellen könnte beim Qualifikationsrennen für die Berglauf WM teilzunehmen. Ich war wirklich sehr überrascht zu diesem Zeitpunkt und traute mir das noch nicht so ganz zu. Aber ich versuchte es auf jeden Fall und so qualifizierte ich mich mit dem zweiten Platz klar für die WM.
Im Sommer trainierte ich dann ordentlich darauf hin in eigenen "Trainingslagern" im Allgäu und am Gardasee und wurde so völlig verblüffend Zweite im U20-Rennen hinter der für Uganda startenden Läuferin Stella Chesang. Im Team holten wir sogar Gold. Aber diese Erkenntnis setzte sich bei mir erst Tage danach, da es zu diesem Zeitpunkt alles viel zu schnell ging. Rückblickend war es jedoch einer der wichtigsten Meilensteine meiner bisherigen Laufkarriere.

So nahm dann alles seinen Lauf. Weitere internationale Einsätze im Cross (Platz 19 2014, Platz 6 2015), am Berg (Europameisterin U20 2015, Weltmeisterin U20 2016) und auf der Bahn (5. Platz U20-EM 2015) folgten. Seit letztem Jahr habe ich meine Zielsetzung auf den Marathon gelegt, was aber nicht heißt, dass ich dieses Jahr schon einen laufen werde, sondern dass meine langfristige Perspektive dort liegt. Dabei werde ich weiterhin im Berglauf aktiv sein und meine Schnelligkeit auf der Bahn aufbauen.
Das war jetzt ein kleiner Einblick, wie ich vor fünf Jahren zum Laufen kam und wie ich mich bis heute entwickelt habe. Nebenbei studiere ich übrigens Mathe, was mir zum einen Spaß macht und zum anderen ein guter Ausgleich zum Laufen ist.
Aktuell heile ich leider meine erste "richtige" Verletzung aus. Im Januar habe ich mir bei dem ständigen Eis und Schnee eine Sehne im Fuß überreizt. Daher musste ich jetzt 8 Wochen aufs Laufen verzichten und stattdessen viel Rad fahren, Aquajoggen und Athletiktraining machen. Es war mental eine wirklich schwere Zeit, aber ich schaue jetzt nach vorne und freue mich dann passend zum schönen Wetter endlich wieder loszulaufen.