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Sportlerprofil by Larasch

Das war die erste Saisonhälfte 2019

Jetzt ist sie vorbei, die erste Saisonhälfte 2019. Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Ich fange mit dem Positiven an. Im Frühjahr hatte ich die Möglichkeit, den Traum jedes Läufers zu leben und drei Wochen in Iten, Kenia wie die Afrikaner zu trainieren. Das hat mich sportlich ein gutes Stück weitergebracht.  Ich konnte die Zeit sehr gut nutzen und habe trainiert, wie noch nie in meinem Leben. Damit komme ich aber auch schon zu einem, wenn nicht sogar dem, negativen der ersten Jahreshälfte. Aus irgendwelchen Gründen habe ich es nicht richtig geschafft, die super Form, die ich im Training gezeigt habe, im Wettkampf umzusetzen. Lediglich beim RBB lauf (ich habe einen Bericht dazu geschrieben) konnte ich mein volles Können abrufen und ein wirklich gutes Rennen abliefern. Zwar konnte ich im anschließenden Halbmarathon in Mainz sowohl deutscher Hochschulmeister (mein erster Meistertitel!) werden, als auch eine neue Bestzeit laufen. Trotzdem ist die Zeit ein Stück weg, von dem was ich meiner Meinung nach kann. Auch am Rennsteig, meinem persönlichen Lieblingslauf, konnte ich mein Können nicht abrufen. (Auch davon habe ich schon ausführlich berichtet)

Vor zwei Wochen versuchte ich mich dann nochmal bei Hochschulmeisterschaften, diesmal in Köln über 5000 m im Stadion. Das Ziel war ganz klar: deutlich unter 15:00 min zu laufen und vielleicht sogar in Richtung der Norm für die deutschen Meisterschaften im Herbst über die 5000 m. Diese liegt bei 14:24 min und wäre schon eine große Überraschung gewesen. Seitdem ich weiß, dass dieses Jahr die deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion stattfinden, reifte in meinem Kopf der Plan, dort an den Start zu gehen. Die 5000 m sind zwar überhaupt nicht meine Strecke, aber einmal auf der blauen Bahn im Olympiastadion laufen, das ist schon immer ein kleiner Traum von mir gewesen.

Zurück zu Köln. Im Kopf also das Ziel von 14:24 min vor Augen, begann ich das Rennen offensiv. Der erste Kilometer war sehr schnell (2:49 min - 4 Sekunden schneller als benötigt)! Ich fühlte mich richtig gut! Nach 2,5 km war aber alles schon wieder vorbei. Ich saß neben der Bahn und musste mit anschauen, wie sich meine Konkurrenten ein super Rennen lieferten. Was war passiert?

Ich hatte bereits die Woche vor dem Lauf Probleme mit meiner linken Wade. Beim letzten schnellen Training auf der Bahn musste ich schon mit Krämpfen abbrechen. Diese feste Wade blieb bis zum Wettkampf in Köln. Ungefähr bei Kilometer 1,4 im Rennen durchzog mich dann ein plötzlicher Schmerz in der Wade, der mich erst das Schlimmste vermuten ließ. Ich lief noch knapp zwei Runden, musste aber einsehen, dass es so keinen Sinn macht den Lauf zu Ende zu laufen. Aufgeben fühlt sich immer doof an! Am nächsten Tag ging es erstmal direkt zum Arzt, der zum Glück Entwarnung geben konnte: Es war „nur“ eine Zerrung.  Trotzdem eine Woche Laufpause.

Nachdem die Zerrung gut auskuriert war, startete ich letzte Woche wieder mein Training. Endlich wieder laufen! Aber auch diesmal kam mir etwas dazwischen. Nach dem ersten Trainingstag erwischte mich ein Infekt und ich lag mehrere Tage mit Fieber im Bett. Irgendwie ist in diese Saison der Wurm drin. Die Zeit der Ruhe wurde trotzdem gut genutzt und die erste Saisonhälfte mit meinem Trainer ausgewertet sowie der Rahmenplan für die zweite Jahreshälfte erstellt.

Wo soll es hingehen? Der Traum von Berlin ist noch nicht ganz ausgeträumt, ich werde nochmal angreifen und mein Bestes geben, um die Norm zu schaffen. Ich weiß aber auch, dass es aufgrund des Trainingsausfalls sehr schwer wird. Einmal Aufgeben reicht mir dieses Jahr aber! Hauptziel wird dann wieder ein Halbmarathon im Herbst sein. Wir haben uns auf den Köln Halbmarathon im Oktober geeinigt. Dieser wird den Sommer über vorbereitet. Und damit die zweite Hälfte des Jahres auch im Wettkampf wieder gut wird, gehe ich jetzt trainieren…