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Sportlerprofil by Larasch

Saisonhöhepunkte im Oktober

Nach meinem Trainingslager in Österreich stand im Oktober endlich der Wettkampf an, auf den ich mich den ganzen Sommer vorbereitet habe. Dieses Jahr sollte es nach Köln zum Halbmarathon gehen. Die Form war sehr gut. Die letzten Trainingseinheiten haben gezeigt, dass das Trainingslager Wirkung zeigte und ich bereit bin. Um mich mental möglichst optimal auf den Wettkampf einzustellen, bin ich dieses Mal schon am Freitag angereist. Für mich besonders war, dass ich im Elitefeld starten durfte und damit auch in alle Vorzüge dafür gekommen bin. So konnte ich mich zum Beispiel noch einen Tag vor dem Wettkampf von einem Physiotherapeuten behandeln lassen, der nur für die EliteläuferInnen da war. 

Den Samstag nutzte ich nochmal für einen lockeren Lauf durch Köln vorbei am Dom. Dort fanden gerade die Kinderläufe statt, wo ich zuschaute und die Stimmung in mich aufsog. Bevor am Abend meine Eltern kamen besuchte ich noch die Messe. So langsam erhöhte sich die Aufregung und Anspannung.  

Der Renntag begann recht früh. Ich wollte trotz der frühen Startzeit um 8:30 Uhr noch einen Auftakt-Lauf machen. Das habe ich bisher im Trainingslager immer so gemacht und habe das Gefühl, das es mir guttut. Also klingelte der Wecker um 5:00 Uhr, um nochmal für eine halbe Stunde ganz entspannt laufen zu gehen. Danach kurz duschen und schnell frühstücken, damit alles gut verdaut ist, bevor es losgeht.

Gegen 7:00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Start. Unser Hotel lag ungefähr 2,5 km vom Start entfernt, deswegen haben wir etwas mehr Zeit eingeplant. Am Start dann ein weiterer Vorteil, wenn man im Elitefeld starten darf: ich durfte meinen Kleiderbeutel separat abgeben und musste nicht wie sonst üblich lange vor dem eigentlichen Startschuss schon mit kurzen Sachen dastehen. Dann folgte mein übliches Aufwärmprogramm und schon stand ich an der Startlinie.

 Endlich ging es los!

Meine Sorge, keine gute Tempogruppe zu finden, verflüchtigte sich schon nach wenigen Metern. Ich bildete mit drei bis vier anderen Läufern die Verfolgungsgruppe. Bei Kilometer drei stand dann zum ersten Mal meine Mutter an der Strecke. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zu dritt in der Verfolgung. Vor uns liefen zwei Läufer, wobei ich schon wusste, dass einer der beiden Tempomacher ist und demzufolge nicht ins Ziel laufen wird. Kilometer fünf lag genau in meinem vorher festgelegten Zeitplan und ich fühlte mich richtig gut.  Ich konnte ganz entspannt in der Gruppe mitlaufen und habe sogar sehr viel fürs Tempo gemacht. Bei Kilometer zehn hatte sich unsere Gruppe zu einem Duo verkleinert. Außerdem ist, wie vorher schon gesagt, der eine aus der Führungsgruppe ausgestiegen, sodass ich zu diesem Zeitpunkt auf einem Podestplatz war. Meine Beine fühlten sich noch richtig gut und das Tempo lag genau im Rahmen. Auch bei Kilometer 15 waren wir noch zu zweit. Ich musste aber immer mehr meinem Mitläufer die Tempoarbeit überlassen und mich hinter ihm reinhängen. Für mich galt es die letzten sechs Kilometer irgendwie an ihm dranzubleiben, um so eine möglichst schnelle Zeit zu erreichen und meinen Platz unter den ersten drei zu sichern.

Kurz vor Kilometer 19 standen nochmal meine Eltern und feuerten mich an. Auch da war ich noch auf Bestzeitkurs und an meinem Mitläufer dran. Erst kurz vor dem letzten Kilometer musste ich ihn ziehen lassen. Die letzten Meter wurden dann zu einem Kampf gegen mich aber als ich dann endlich vor dem Dom abbiegen konnte und als gesamt Dritter über den roten Teppich ins Ziel lief, waren alle Anstrengungen vergessen.   Bestzeit ist es am Ende nicht geworden, aber das war eigentlich egal, denn irgendwie konnte an diesem Tag niemand in Köln eine schnelle Zeit zustande bringen. Ich bin überglücklich bei so einem großen Lauf auf dem Treppchen stehen zu dürfen.

Auf der Heimfahrt, keine zwei Stunden nach dem Zieleinlauf, wurden schon Pläne für die kommenden Tage gemacht. Da viele vom Potsdamer Laufclub eine Woche später zum Magdeburg Marathon fahren wollten, schaute auch ich, ob ich dort noch an den Start gehen könnte. Ich entschied mich spontan den 10 km Lauf zu machen. Ich bin ja in diesem Jahr noch keinen 10er gelaufen. Also habe ich im Training versucht, den Halbmarathon rauszulaufen und wieder locker zu werden. Das gelang mir auch ganz gut, wenngleich die Beine doch noch etwas schwer waren. Am Ende konnte ich in Magdeburg gewinnen und noch einmal eine ordentliche Zeit auf einem gar nicht so einfachen Kurs laufen.

Jetzt ist aber erstmal Pause und Regeneration angesagt.