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Sportlerprofil by Larasch

Die Kraft der Gedanken

Ich finde mich auf dem Boden eines Zimmers wieder, unter mir eine Unterlage und meine Kleidung ist warm und gemütlich. Ich schließe meine Augen und versuche meine Gedanken auf die Worte, die mir in einer ruhigen Tonlage entgegengebracht werden, zu lenken. Ich atme tief, ich entspanne und versuche den Stress einfach loszulassen.

Die Stimme gehört zu Johannes Förster, seines Zeichens Glücksschmied.  Bei einem Dauerlauf durch die Kasseler Karlsaue haben wir uns über Mentaltraining unterhalten und er hat mich daraufhin eingeladen, Autogenes Training kennenzulernen. Läufer geben sich Stunde um Stunde dem Lauftraining hin, machen Dauerläufe, Intervalle und Sprinttraining. Krafttraining ist auch Bestandteil vieler Trainingspläne, aber die Kraft der Gedanken, den Geist vernachlässigt man gerne. Man sagt sich, mentale Stärke wächst schon mit dem harten Training. Dass das nicht immer so ist, habe ich in diesem Jahr gelernt und ich freue mich, mit Johannes die Möglichkeit zu bekommen, meine mentale Stärke gezielt zu trainieren. Der Kopf entscheidet oftmals über Sieg oder Niederlage.

Das Autogene Training ist eine konzentrative Methode, bei der die Entspannung durch Autosuggestion erreicht werden soll. Bei ständiger Wiederholung der Formeln konditioniert man sich selbstständig, d. h. die Entspannung bzw. die  körperlichen Empfindungen werden an die signalgebenden Formeln gekoppelt. Dabei gibt es sieben Grundformeln, die man sich immer wieder im Geiste vorspricht. Die Ruhetönung erfolgt mit der Formel „Ich bin ganz ruhig und gelassen“. Ähnlich verhält es sich mit der Schwereformel, der Wärmeformel, der ruhigen Atmung, des ruhigen Herzschlags, der Wärme im Oberbauch (Sonnengeflecht) und der Stirnkühle.

Autogenes Training dient zur Reduktion von Reizen von außerhalb oder innerhalb des eigenen Organismus. Dabei ist es wichtig das Training mehrmals pro Woche 15 bis 20 Minuten zu wiederholen. Wiederholung beschäftigt den Geist und verbindet die Synapsen und Schaltstellen für die konditionierte Entspannung. Diese Art der Entspannungsübungen braucht etwas mehr Zeit, da das erlernen schwebender Konzentration meist schwerer fällt. Um in einen tiefen Zustand der Entspannung zu gelangen, braucht es einen ruhigen Ort, frei von Störungen. Die Körperhaltung kann entweder im Sitzen oder im Liegen sein.

Am Ende jeder Übung erfolgt die Zurücknahme, es sei denn man nutzt das Autogene Training zum Einschlafen. Die Zurücknahme erfolgt mit dem langsamen bewegen der Finger und Hände, der Füße und Beine, des tiefen Atmens, dem Strecken und Recken des Körpers, um dann die Augen wieder zu öffnen.

Wenn man es schafft diese Formeln in den Geist zu übernehmen, lässt sich eigentlich jede andere Formel auch erlernen. So kann man mittels Autosuggestion bestimmte Situationen schon vorher im Geist vorspielen und die Gedanken auf das erwartete Ziel lenken.

Häufig dreht man sich in einem Gedankenkarussell, in dem jeder Gedanke eine Emotion hervorruft, die wiederum zu positiven sowie negativen Gedanken führen kann. Das bestimmt unsere Handlungen. Deshalb ist es sicherlich sehr hilfreich, wenn man es schafft, seine Gedanken in die richtige Richtung zu steuern.

Ich habe mir für das Jahr 2020 große Ziele gesteckt und ich trainiere jeden Tag hart dafür. Mit dem richtigen Mindset und der Möglichkeit zur tiefen Entspannung zu gelangen, werde ich noch besser auf die kommenden Rennen vorbereitet sein.

Mehr zu Johannes Förster findet ihr auf der Seite johannes-förster.de

In diesem Sinne wünsche ich euch ein entspanntes neues Jahr!

Euer Jens